E 2031
Die Sterntaler
und andere Gute-Nacht-Geschichten

Produktionsdaten:


Erscheinungsjahr

1972
1. Katalognummer E 2031
2. Katalognummer 115 053.7
Spielzeit 17'33" / 23'15"
Label Erstausgabe Kinderserie (weiß/rot), Muck
Tonträgerformat LP / MC
Cover

Künstler unbekannt


Seitenaufteilung:
1
Die Sterntaler 3'28"
Das Märchen vom Schlaraffenland 4'06"
Doktor Allwissend 5'12"
Das dithmarsische Lügenmärchen 2'12"
Der süße Brei 2'19"
2
Die Heinzelmännchen von Köln 4'56"
Die schlafenden Kinder 1'52"
Zehn kleine Negerlein 2'03"
Der fliegende Robert 1'13"
Brüderchen und Schwesterchen 12'54"




Personalia:

Angaben zur Regie und Neubearbeitung finden sich auf dem Cover nicht. Es ist aber davon auszugehen, daß die Neufassungen der aus früheren Jahren stammenden und hier wiederveröffentlichten Lesungen in der Hand von Heikedine Körting lagen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war sie die verantwortliche Regisseurin für Kinderhörspiele beim Label EUROPA.





Musik I:

»Die Sterntaler und andere Gute-Nacht-Geschichten« wurde neben wohl hausgemachter Hörspieluntermalung mit Musik unterlegt, die auf den LPs


»Die allerschönsten Kinderlieder«



somerset 579


E 239

Der Knabenchor des Norddeutschen Rundfunks
Leitung: Horst Sellentin
und eine Instrumentalgruppe


»Ringel, Ringel, Ringelreih'«



E 263

Der Kinderchor Vera Schink
und eine Instrumentalgruppe


»Snow White and the Seven Dwarfs«



Happy House Records C-29

The Children's Theatre Players and Orchestra


»Ri-ra-rutsch«



E 223

Der Kinderchor Vera Schink
und eine Instrumentalgruppe


zu finden ist.

Die für die Geschichte »Zehn kleine Negerlein« verwendeten kurzen Choreinsätze dürften speziell für diese Aufnahme eingespielt worden sein.




Beginn des Märchens »Die Sterntaler«

»Die allerschönsten Kinderlieder«, »Weißt du,
wieviel Sternlein stehen«



»Die Sterntaler«, Sprecher: »Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.«

»Die allerschönsten Kinderlieder«, »Der Mond ist
aufgegangen«



»Das Märchen vom Schlaraffenland«, Sprecherin: »Ob es wohl einem von euch gelingt?«

»Ringel, Ringel, Ringelreih'«, »Dort oben auf dem
Berge«



»Doktor Allwissend«, Sprecher: »Nun zeigte der Doktor Allwissend dem Herrn, wo das Geld lag, sagte aber nicht, wer es gestohlen hatte, bekam von beiden Seiten viel Geld zur Belohnung und ward ein berühmter Mann.«

»Snow White and the Seven Dwarfs«,
Zwischenmusik



»Das dithmarsische Lügenmärchen«, Sprecher: »Mache das Fenster auf, damit die Lügen hinausfliegen.«

»Die allerschönsten Kinderlieder«, »Wide-wide-wenne«



»Der süße Brei«, Sprecher: »Und wer wieder in die Stadt wollte, der mußte sich durchessen.«

»Die allerschönsten Kinderlieder«, »Backe, backe Kuchen«



»Die Heinzelmännchen von Köln«, Sprecher: »Die Heinzelmännchen von Köln«

»Ri-ra-rutsch«, »Ich geh' durch einen grasgrünen
Wald« (dort: Vokalversion)



»Die Heinzelmännchen von Köln«, Sprecher: »Ach, daß es noch wie damals wär, doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her.«

»Ri-ra-rutsch«, »So geht es im
Schnützelputzhäus'l« (dort: Vokalversion)




Musik II:

In den späten 1960'er Jahren fügte Dave L. Miller seinem Vinylimperium ein weiteres Label hinzu: »Happy House Records«, welches in den USA und Großbritannien auf den Markt kam und auch englischsprachige Hörspiele umfaßte. 1972 besann man sich in Deutschland bei Miller International auf diese Wortproduktionen und übernahm fortan viele der dort verwendeten Zwischenmusiken in zahlreiche EUROPA-Hörspiele, teilweise bis über die LP-Ära hinaus.

Die von Bill Holcombe komponierten Stücke greifen nicht selten auf folkloristische oder klassische Elemente zurück. So erklingen in »Rag Doll's Adventures in Animal Land« die Melodie »Poupée valsante« von Ede Poldini (1869-1957), in »Hansel and Gretel« Melodien aus der Oper »Hänsel und Gretel« von Engelbert Humperdinck (1854-1921) und in »Treasure Island« verschiedene Variationen des traditionellen Shantys »Sailing«.

Für die Recherchen und Informationen rund um das Thema »Happy House Records« geht ein achtungsvoller Dank an Jooce.





Veröffentlichung:

Außer bei den von Gustav Knuth gelesenen Märchen »Doktor Allwissend« und »Brüderchen und Schwesterchen« handelt es sich stets um Wiederveröffentlichungen bereits erschienener Aufnahmen.


»Die Sterntaler«, »Das dithmarsische Lügenmärchen« und »Der süße Brei« stammen von der LP »Grimms Märchen« (E 238).


»Das Märchen vom Schlaraffenland« und »Die schlafenden Kinder« stammen von der LP »Gute-Nacht-Geschichten« (E 203).

NEU
Bei »Das Märchen vom Schlaraffenland« kam in dieser Fassung eine Schlußmusik hinzu.

NEU
Bei »Die schlafenden Kinder« entfiel in dieser Fassung die Spieluhrenmusik am Ende des Märchens.


»Die Heinzelmännchen von Köln« stammt von der LP »Der Rattenfänger von Hameln« (E 231).

NEU
In dieser Fassung werden die einleitende Musik sowie die "Arbeitsgeräusche" jeweils früher ausgeblendet.


»Zehn kleine Negerlein« und »Die Geschichte vom fliegenden Robert« stammen von der LP »Max und Moritz« (E 134).





Anmerkung:

Es ist nicht davon auszugehen, daß die Aufnahmen mit Gustav Knuth (»Doktor Allwissend« und »Brüderchen und Schwesterchen«) im Veröffentlichungsjahr 1972 entstanden. Wahrscheinlicher ist, daß diese Produktionen zeitgleich mit den anderen Lesungen von Gustav Knuth

»Gustav Knuth liest Wilhelm Busch«
»Gustav Knuth liest Wilhelm Busch - Tobias Knopp«
»Schatzkästlein der schönsten Märchen«

(E 260, E 267 und E 264) in den Jahren 1968 / 1969 eingespielt wurden.





weitere Produktionen I:

Das hier von Gustav Knuth gelesene Märchen »Doktor Allwissend« erschien 1971 auch als Hörspielfassung:


»Doktor Allwissend«



auf »Der Geist im Glas« (E 2007)




weitere Produktionen II:

Das hier von Gustav Knuth gelesene Märchen »Brüderchen und Schwesterchen« erschien 1970 und 1980 auch in zwei verschiedenen Hörspielfassungen:


»Brüderchen und Schwesterchen«



E 281

»Brüderchen und Schwesterchen«



auf »Dornröschen« (115 426.5)




Autor I - Die Gebrüder Grimm
(»Die Sterntaler«, »Doktor Allwissend«, »Das dithmarsische Lügenmärchen«, »Der süße Brei«, »Brüderchen und Schwesterchen«):

Die Brüder Jacob (1785-1863) und Wilhelm (1786-1859) Grimm haben sich um viele Forschungen in der deutschen Sprache und Literatur verdient gemacht. Eine ihrer ersten Arbeiten stellt dabei die Sammlung »Kinder- und Hausmärchen« dar. Dabei wurden die enthaltenen Geschichten nicht von den Brüdern erfunden, sondern zusammengetragen und bearbeitet. Band I erschien im Jahre 1812, Band II drei Jahre später. Beide Bände wurden 1819 neu herausgegeben, da viele Passagen als zu erotisch empfunden wurden. Auch wurden nun christliche Motive in die Märchen eingearbeitet. 1825 erschienen ausgewählte Geschichten der einzelnen Bände in einem gemeinsamen Buch, welches die Popularität der Gebrüder Grimm begründete. Ständige Überarbeitungen in den nächsten Auflagen folgten, auch wurden Märchen ausgetauscht. Anekdote am Rande: Nur ein kleinerer Teil der Geschichten beginnt mit der scheinbar so typischen Einleitung »Es war einmal ... «.





Autoren II - Sieglinde Dziallas & Andreas Beurmann
(»Das Märchen vom Schlaraffenland«):

Andreas Erich Beurmann wurde 1928 in Zoppot, an der Danziger Buch gelegen, geboren. Sein Musikstudium schloß er 1953 mit dem Titel Dr. phil. ab. 1961 gründete er gemeinsam mit Dave Miller und Wilhelm Wille die »Miller International Schallplatten GmbH«, bei der unter anderem die Label EUROPA und somerset das Sortiment bildeten. Ab 1965 widmete er sich dem Bereich Wortproduktionen und arbeitete gemeinsam mit seiner Freundin Sieglinde Dziallas unter dem Pseudonym »Claudius Brac« als Autor und Regisseur. Hinzu kamen kleinere Chargenrollen in den Hörspielproduktionen, welche er unter dem Pseudonym »Hans Meinhardt« einsprach. Auch kleine Hörspielmusikstücke stammen von ihm. Später lernte er Heikedine Körting kennen, die er 1979 heiratete. Beurmann lebte in Hamburg im Stadtteil Rotherbaum und auf dem Herrenhaus von Gut Schloß Hasselburg, das das Ehepaar gepachtet hat. Beurmann verstarb im April 2016.

Über Sieglinde Dziallas, die zweite Hälfte von »Claudius Brac«, sind kaum biographische Daten bekannt. Sie verstarb 1968 bei einem Unfall.

Bei folgenden Produktionen wird »Claudius Brac« als Autor genannt:

»Wunderbare Welt der Musik - Eine kleine Einführung«
• »Das Märchen vom Schlaraffenland«
»Die Reise mit dem Raumschiff«





Autor III - August Kopisch
(»Die Heinzelmännchen von Köln«):

»Die Heinzelmännchen von Köln« ist wohl das bekannteste literarische Werk August Kopischs (1799-1853), der zunächst Maler werden wollte und ein entsprechendes Studium begann. Als er sich nach einer Verletzung der rechten Hand neu orientieren mußte, wandte er sich der Schriftstellerei zu. Erst Jahre später konnte er sich wieder der Malerei widmen. Kopisch griff mit seiner Ballade über die Heinzelmännchen lediglich eine bereits bekannte Sage über die dienstbaren Hausgeister auf, deren Wirkungsort er jedoch vom Siebengebirge nach Köln verlegte.





Autor IV - Ludwig Bechstein
(»Die schlafenden Kinder«):

Ludwig Bechstein (1801-1860), der als Bibliothekar und Archivar tätig war, verfaßte auch Romane, Gedichte und Reiseliteratur. Diese sind heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Bekannt sind vor allem die von ihm herausgegebenen Märchen, die sich teilweise mit denen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm decken. Bechstein bearbeitete die Märchen vielfach, um ihnen eine pädagogische Note zu verleihen. Aus der Bechstein'schen Märchensammlung stammen unter anderem:

»Die sieben Schwaben«
»Der alte Zauberer«
»Goldmarie und Pechmarie«
»Das Nußzweiglein«
»Der Richter und der Teufel«
»Die beiden kugelrunden Müller«
»Hühnchen und Hähnchen«
»Der Hase und der Fuchs«
»Siebenschön«
»Schwan kleb an«
»Goldhähnchen«
»Das Natterkrönlein«
»Zwergenmützchen«
• »Die schlafenden Kinder«





Autor V - Septimus Winner
(»Zehn kleine Negerlein«):

Das in zahllosen Textvarianten existierende Kinderlied »Zehn kleine Negerlein« geht zurück auf den Amerikaner Septimus Winner (1827-1902), der das Lied im Jahr 1868 ursprünglich über zehn kleine Indianer (»Ten Little Injuns«) textete und komponierte. Textlich wurde das Lied 1869 von dem Amerikaner Frank J. Green überarbeitet. In dieser Form erlangte es unter dem Titel »Ten Little Niggers« landesweite Popularität und kam über Großbritannien nach Europa. Im Jahr 1885 erschien die erste Version deutsche Version von »Zehn kleine Negerlein« mit dem Text von F.H. Benary.





Autor VI - Heinrich Hoffmann
(»Die Geschichte vom fliegenden Robert«):

Heinrich Hoffmann (1809-1894) studierte Medizin und war als Arzt und Psychologe tätig. Er verfaßte daneben Bücher und Theaterstücke. Sein bekanntestes Buch »Der Struwwelpeter« schrieb er im Jahr 1844 für seinen dreijährigen Sohn Carl und entwarf auch selbst die Zeichnungen dazu. Ein befreundeter Verleger überredete Hoffmann zur Veröffentlichung, die 1845 zunächst unter dem Titel »Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3-6 Jahren« erfolgte. Als Autor wurde »Reimerich Kinderlieb« genannt, wobei es sich hier um ein Pseudonym Hoffmanns handelte. Das Buch war Auslöser für zahlreiche Abwandlungen und Parodien, die sich mit den oft drakonischen Strafen und Konsequenzen für die in dem Buch beschriebenen "unartigen Kinder" auseinandersetzen.



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