E 2042
Dornröschen
Der Schneemann

Produktionsdaten:


Erscheinungsjahr

1972
1. Katalognummer E 2042
2. Katalognummer 115 055.3
Spielzeit 21'44" / 18'13"
Label Erstausgabe Kinderserie (weiß/rot), Muck
Tonträgerformat LP / MC
Cover

Künstler unbekannt


Seitenaufteilung:
1
Dornröschen
2
Der Schneemann




Personalia:

Bei den beiden Sprecherinnen der Blumen im Märchen »Dornröschen« handelt es sich - soweit man dies auf Grund der verstellten Stimmen heraushören kann - wahrscheinlich um Heike Kintzel und Hella von der Osten-Sacken.





Musik I:
Dornröschen

Das Märchen wurde neben wohl hausgemachter Hörspieluntermalung (Synthesizer-Klänge) und Hörspielmusik von Chris J. Evans (Christopher Evans-Ironside) mit Musik unterlegt, die auf der LP


»Ri-ra-rutsch«



E 223

Der Kinderchor Vera Schink
und eine Instrumentalgruppe


»Geräusche in Stereo (3)«



E 1047

zu finden ist:




Erzähler: »Dornröschen«

»Ri-ra-rutsch«, »Ward' ein Blümchen mir
geschenket« (dort: Vokalversion)



der König: »Vielleicht werden wir sie ein andernmal einladen.«

»Ri-ra-rutsch«, »Ich geh' durch einen grasgrünen
Wald« (dort: Vokalversion)



Erzähler: »So verließen auch der König und die Königin von Niedenwaldstein ihr Schloß und zogen von dannen.«

»Geräusche in Stereo (3)«, »Fröhliche Streicher«


Der Schneemann

Für dieses Märchen wurde neben wohl hausgemachter Hörspieluntermalung (Synthesizerklänge) auf Musik zurückgegriffen, die auf den LPs


»Ri-ra-rutsch«



E 223

Der Kinderchor Vera Schink
und eine Instrumentalgruppe


»Snow White and the Seven Dwarfs«



Happy House Records C-29

The Children's Theatre Players and Orchestra


zu finden ist:




Erzähler: »Der Schneemann«

»Ri-ra-rutsch«, »Als unser Mops ein Möpschen
war« (dort: Vokalversion)



der Schneemann: Aber der Mond dort oben, der Bleiche, der guckt mich freundlich an.«

»Snow White and the Seven Dwarfs«,
Zwischenmusik




Musik II:

In den späten 1960'er Jahren fügte Dave L. Miller seinem Vinylimperium ein weiteres Label hinzu: »Happy House Records«, welches in den USA und Großbritannien auf den Markt kam und auch englischsprachige Hörspiele umfaßte. 1972 besann man sich in Deutschland bei Miller International auf diese Wortproduktionen und übernahm fortan viele der dort verwendeten Zwischenmusiken in zahlreiche EUROPA-Hörspiele, teilweise bis über die LP-Ära hinaus.

Die von Bill Holcombe komponierten Stücke greifen nicht selten auf folkloristische oder klassische Elemente zurück. So erklingen in »Rag Doll's Adventures in Animal Land« die Melodie »Poupée valsante« von Ede Poldini (1869-1957), in »Hansel and Gretel« Melodien aus der Oper »Hänsel und Gretel« von Engelbert Humperdinck (1854-1921) und in »Treasure Island« verschiedene Variationen des traditionellen Shantys »Sailing«.

Für die Recherchen und Informationen rund um das Thema »Happy House Records« geht ein achtungsvoller Dank an Jooce.





Veröffentlichung I:

»Dornröschen« stellt eine Neuveröffentlichung des gleichnamigen Hörspiels von 1969 dar, welches als E 279 erschien. Für die vorliegende Fassung erfolgten zahlreiche Eingriffe, vor allem in die Dialoge, den Text des Erzählers und die Musik, aber auch in die Geräusche. Im Folgenden sind diese Schnitte aufgeführt, wobei einzelne Atmer, Seufzer sowie Änderungen in den Sprechpausen aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht berücksichtigt wurden. Insgesamt ergibt sich ein Spielzeitunterschied von minus 2'19" im Vergleich zur Originalfassung von E 279.


NEU
Auf den Erzählertext »Dornröschen« folgt eine andere Musik.


NEU
die Königin: »Geliebter Mann! Hätten wir doch nur ein Kind! Kein Essen will mir mehr schmecken, und kein Schmuck kann mir mein Herz erfreuen, solange mir das Mutterglück versagt bleibt (schluchzt).«

der König: »Verzage nicht, liebe Frau.«


NEU
Auf den Text des Königs »Vielleicht werden wir sie ein andernmal einladen.« folgt eine andere Musik.


NEU
Nach dem Erzählertext »Das Fest wurde mit aller Pracht gefeiert und das Schloß Niedenwaldstein glich einer Kaiserburg während einer Krönung, so üppig geschmückt war es, so stolz wehten die bunten Fahnen im Winde, so reich gekleidet waren die Gäste, und der Duft von Gesottenem und Gebratenem zog bis in den Odenwald hinein.« entfiel die Musik.


NEU
Auf den Erzählertext »So verließen auch der König und die Königin von Niedenwaldstein ihr Schloß und zogen von dannen.« folgt eine andere Musik.


NEU
Nach dem Erzählertext »Bald war der Tag herangekommen, an dem Prinzessin Röschen fünfzehn Jahre alt wurde.« entfiel die Musik.


NEU
die alte Frau: »Guten Tag, mein Kind. Komm nur herein zu mir und meinem Kater

Röschen: »Gerne. Was machst Du da, Mütterchen?«


NEU
der König: »Ich ... ich bin auf einmal ... so müde. Ich weiss gar nicht, wie (grummelt) ... «

die Königin: »(gähnt) Auch ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten.«


NEU
der Küchenjunge: »Ich war doch auf einmal so müde (gähnt) ... und es wird immer schlimmer

der Koch: »Was? Müdigkeit? Das gibt es nicht, du Faulpelz!«


NEU
der alte Mann: »Die Dornen, als hätten sie Hände, hielten fest zusammen. Und die Jünglinge blieben darin hängen, konnten sich nicht wieder losmachen und starben eines jammervollen Todes. Sie alle haben ihr Leben vergeblich auf's Spiel gesetzt für das schöne Dornröschen - wie die Prinzessin seither im Volksmund heißt.«


NEU
der alte Mann: »Diese Worte sprachen auch die anderen Prinzen, junger Königssohn - und sie kamen nicht wieder. Sieh, die Welt ist weit! Für solch stattlichen Jüngling wie dich gibt es dort draußen noch tausend Prinzessinnen, die deiner Schönheit ebenbürtig sind.«

der Prinz: »Doch keine gleicht Dornröschen, das fühle ich mit all' meinen Sinnen. Lieber würde ich sterben, als auf Dornröschen verzichten.«


NEU
die Blumen: »Tritt näher, du Prinz! Tritt näher! Erlöse Niedenwaldstein! Wir stechen dich nicht, verletzen dich nicht, zerkratzen dir nicht das edle Gesicht. Der Fluch ist gebrochen, Dornröschen harrt dein. Erwecke vom Schlaf sie, so kannst du sie frei'n! Tritt ein! Tritt ein! Tritt ein!«


NEU
der Prinz: »Auch die Tauben auf dem Dach sind reglos und haben die Köpfe unter die Flügel gesteckt. Fürwahr - die Ruhe eines Friedhofs. Ich will ins Haus gehen.«


NEU
der Prinz: »Wird die einen Schreck bekommen, wenn sie erwacht. Erwacht? Wie sangen doch die Blumen? Erst wenn ich Dornröschen vom Schlaf erwecke, so ist der Fluch gebrochen.«


NEU
der Prinz: »Durch meinen Kuß, Prinzessin, wurdest du erlöst. Ich bin von deiner Schönheit so gefangen, liebstes Dornröschen, daß ich ohne dich nicht mehr leben könnte. Willst du meine Frau werden?«


NEU
der Koch: »So ... und so ... und so!«

der Küchenjunge: (jammert)

Erzähler: »Und im Thronsaal entfernte die alte Hofdame hastig den Kopf des Narren von seinem unschicklichen Ruhekissen und gab dem Zwerg eine Ohrfeige.«

(Geräusch: Ohrfeige.)

der Narr: (schreit kurz auf)

Erzähler: »Der König aber sprach zu dem Prinzen, als er von seinem mutigen Vordringen gehört hatte, voller Freude:«





Veröffentlichung II:

»Dornröschen« erschien in einer weiteren und wiederum überarbeiteten Fassung innerhalb der Serie »Die Märchenparade« unter der Katalognummer 115 426.5.


Ein kurzer Auszug aus »Der Schneemann«, nämlich die Passage, in der der Schneemann der Tanne davon erzählt, wie der Schnee seine Farbe bekam, wurde auf der LP »Der klingende Adventskalender« (E 2090) als Kurzgeschichte wiederveröffentlicht.





Autor I - Die Gebrüder Grimm
(»Dornröschen«):

Die Brüder Jacob (1785-1863) und Wilhelm (1786-1859) Grimm haben sich um viele Forschungen in der deutschen Sprache und Literatur verdient gemacht. Eine ihrer ersten Arbeiten stellt dabei die Sammlung »Kinder- und Hausmärchen« dar. Dabei wurden die enthaltenen Geschichten nicht von den Brüdern erfunden, sondern zusammengetragen und bearbeitet. Band I erschien im Jahre 1812, Band II drei Jahre später. Beide Bände wurden 1819 neu herausgegeben, da viele Passagen als zu erotisch empfunden wurden. Auch wurden nun christliche Motive in die Märchen eingearbeitet. 1825 erschienen ausgewählte Geschichten der einzelnen Bände in einem gemeinsamen Buch, welches die Popularität der Gebrüder Grimm begründete. Ständige Überarbeitungen in den nächsten Auflagen folgten, auch wurden Märchen ausgetauscht. Anekdote am Rande: Nur ein kleinerer Teil der Geschichten beginnt mit der scheinbar so typischen Einleitung »Es war einmal ... «.





Autor II - Hans Christian Andersen
(»Der Schneemann«):

Der dänische Dichter Hans Christian Andersen (1805-1875) wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Gleichwohl zeigte er früh Interesse für Literatur und die Bühne. Aus seiner Feder stammen weit über 150 Kunstmärchen, in denen er teilweise Sagen aus verschiedenen Ländern aufgriff und um diese herum eine eigene Handlung entwarf. Diese Märchen erschienen vornehmlich in den 1830'er und 1840'er Jahren. Andersen war bereits zu Lebzeiten ein weltweit anerkannter Autor. Das über die Märchen hinausgehende literarische Werk ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Bekannte Märchen Andersens sind unter anderem:

»Das Feuerzeug«
»Der große Klaus und der kleine Klaus«
»Die Prinzessin auf der Erbse«
»Däumelinchen«
»Die kleine Seejungfrau«
»Des Kaisers neue Kleider«
»Der standhafte Zinnsoldat«
»Die wilden Schwäne«
»Der fliegende Koffer«
»Der Schweinehirt«
»Die chinesische Nachtigall«
»Das Liebespaar«
»Das häßliche junge Entlein«
»Der Tannenbaum«
»Die Schneekönigin«
»Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzchen«
»Tölpelhans«
• »Der Schneemann«
»Der Schmetterling«



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