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Der Ölprinz




Kommentar von Christoph





»... werden da ein Wörtchen mitzureden haben, wenn ich mich nicht irre ...«




Vielleicht kennt Ihr das auch: Ihr nehmt Euch vor, ein Zimmer zu renovieren. Zuvor malt man sich gedanklich alles aus - plant die ganze Sache bis ins Detail durch. Man geht in den Baumarkt und besorgt sich Tapete, Kleister, Farben, Abschlussleisten und alles, was man ansonsten noch benötigt. Am Tag X geht man in den Keller, holt das benötigte Werkzeug, welches man natürlich nicht auf Anhieb findet und legt endlich los. Mit vollem Enthusiasmus beginnt man das Werk und es geht langsam aber stetig Stück für Stück voran.

Dann kommt jedoch irgendwann der Punkt, an dem man einfach nur noch fertig werden will. Man kann das Chaos nicht mehr ertragen und möchte schnellstens zur Normalität zurück. Man macht Abstriche und ist plötzlich auch mit Dingen zufrieden, die man sich zuvor ganz anders vorgestellt hatte. Mit dem Ergebnis ist man so la la zufrieden und man freut sich wie ein Schneekönig, wenn man anschließend noch für seine "Perfektion" gelobt wird, obwohl man bewusst vergessen hat, noch die Fußleisten zu überstreichen.

Ganz ähnlich empfinde ich es bei diesem Hörspiel, und man fragt sich wirklich, ob es beim EUROPA-Team auch irgendwann diesen Punkt gab, an dem man sich sagte: "Jetzt geben wir noch mal kurz Gas, und dann schnell nach Hause zu unseren Lieben." An Erfahrung und am Werkzeug kann es eigentlich nicht gelegen haben. Erfolgreiche Hörspiele nach Vorlagen von Karl May (»Der Schatz im Silbersee« und »Winnetou«) hatte man ja bereits zwei Jahre zuvor schon umgesetzt. Auf das grundlegende Thema dürfte man sich daher also eingeschossen haben. Auch an Top-Sprechern, wie Benno Gellenbeck, Katharina Brauren, Horst Beck oder Herbert A. E. Böhme kann es nicht gelegen haben.

Hat es auch nicht, denn diese agieren in gewohnt professioneller und spielfreudiger Art und gerade der Beginn ist wahrlich ein Feuerwerk an gewitzten Dialog-Duellen. So ist beispielsweise Horst Beck in der Rolle des stets liebenswerten Westmannes Sam Hawkins (»Schi-so, mein Junge!«) einfach nur eine Ohrenweide. Ich könnte mich kringeln, wenn ich an dessen witzige Gespräche mit dem ewigen Greenhorn Will Parker denke, welcher genau »zzzwölfff« Männer, als die Missetäter der gefährlichen Finders-Bande erkannt haben will.

Noch einen Gang zu legt kurz drauf Kurt Blachy als euphorischer Kantor Hampel aus Sachsen. Der Kantor, der auf den Zusatz "Emeritus" besteht, komponiert »Daog ünd Nachd« und ist im Wilden Westen auf der Suche nach Inspirationen für seine »gigantische zyklöpische Öper«. In dieser soll gar der junge Schi-so, der Sohn von Häuptling Nitsas-ini, einen Auftritt im neunten Akt haben, in welchem er den Schurken im Moll über die »Bihne« schleifen soll.

Ein weiteres Bonbon sind natürlich die Auftritte von Katharina Brauren als forsche Frau Rosalie Ebersbach, welche im Siedlertreck das Sagen hat. Diese gibt nicht nur superb dem guten Sam Hawkins Paroli (»Wie meinen Sie das denn, Sie kleines Männchen, Sie?«), sondern legt sich auch noch gekonnt mit dem Scout Poller (gesprochen von Michael Weckler) an.

Die Krönung des Ganzen ist meiner Meinung nach jedoch das Spiel von Benno Gellenbeck als Ölprinz Grinley. Meisterlich, wie er diese Ausgeburt an Verrat und Niedertracht darbietet. Benno Gellenbeck, einer meiner absoluten Sprecher-Favoriten.

Das Wichtigste zum Inhalt in Kürze: Sam Hawkins und seine beiden Gefährten belauschen ein Gespräch der Finders-Banditen. Diese wollen einen kleinen Siedlertreck überfallen - niemand soll mit dem Leben davon kommen. Sam Hawkins kann dies mit Hilfe von Soldaten verhindern. Die Finders werden gefangengesetzt. Der Scout Poller, der sich mit Frau Rosalie Ebersbach überworfen hat, befreit den hinterhältigen Anführer der Finders. Buttler, so sein Name, flieht mit Poller und trifft auf seinen Bruder, dem Ölprinzen Grinley.

Fortan machen die drei gemeinsame Sache und legen den Geschäftsmann und Bankier Duncan rein, indem sie ihn eine angeblich unschätzbar wertvolle Ölquelle am Gloomy-See verkaufen wollen. Den Bankier nebst seinen Buchhalter will der Oberschurke dem Tod ausliefern, indem er sie in einer Höhle verschmachten lassen will. Um die Gunst des Häuptlings Mokaschi zu gewinnen, tötet Grinley hinterrücks zwei Navajo-Indianer. Mokaschi verurteilt die Tat jedoch aufs Schärfste und schickt den Ölprinzen fort. Um seine Haut zu retten und um Unfrieden unter den Indianern zu stiften, bezichtigt Grinley (unter anderem auch) Mokaschi des Mordes an den beiden Navajos. Die Navajos wollen die Tat rächen ...

Im Großen und Ganzen ist das Hörspiel recht gut gelungen, und vor allem die erste Hälfte gefällt mir eigentlich sehr gut. Knackige und recht muntere Dialoge, die einfach nur Spaß machen, jedoch auch die Handlungsdichte des Hörspiels leicht vermindern. So wird ab etwa Mitte der zweiten Seite (nachdem Mokaschi den Ölprinzen für dessen feige Tat verurteilt) der Rest der Geschichte fast nur noch durch den Erzähler (Joachim Rake) fortgeführt. Dies in so stark geraffter Form, dass es einen schwindelig werden kann und man sich schon stark konzentrieren muss, um den Zusammenhang überhaupt noch nachvollziehen zu können. Ich denke, da hätte man noch etwas Raum investieren können, was auch zu damaliger Zeit durchaus machbar gewesen wäre. Das Nibelungen-Hörspiel aus dem Jahre 1967 ist beispielsweise um satte zwölf Minuten länger. Man hat wirklich den Eindruck, als hätte man das Hörspiel zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig haben müssen.

Enttäuschend finde ich auch das Ableben des Ölprinzen, welches auffallend unspektakulär dargestellt wird. Da wäre sicherlich mehr drin gewesen.

Jedoch denke ich, dass man hier auf sehr hohem Niveau jammert und es sich, verglichen mit heutigen Hörspielen, bei welchen man froh sein muss, dass man nicht gar das Rascheln des Papiers hört, von welchem die Sprecher ablesen, um ein mehr als akzeptables Werk handelt.

Vier Mucks wären zu viel, zwei reichten bei weitem nicht aus. Drei Mucks für ein Hörspiel, welches (wie würde Kantor Emeritus es ausdrücken) »so hoch über den Dingen des gewöhnlichen Lebens steht wie die Violine über dem Rumpelbass.«





Bewertung:










Kommentar von Carl Mai





Matthäus Hampel: »Und wollen Sie ihn in Dur oder Moll über die Bühne schleifen?«




Zur Buchvorlage

Karl Mays Jugenderzählung »Der Ölprinz« erschien zuerst zwischen Ende 1893 und Ende 1894 als fortgesetzte Erzählung in einer Zeitschrift. Die erste Buchausgabe folgte 1897. [Eine noch frühere Erzählung »Der Oelprinz. Ein Abenteuer aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika« erschien bereits 1878 und wurde zusammen mit der Erzählung »Old Firehand« (1875) unter starken Veränderungen in den Roman »Winnetou II« eingearbeitet. Sie hat mit der hier untersuchten Geschichte nichts zu tun.)

Eine aus zwölf Personen bestehende Verbrecherbande, die "The Finders" genannt wird, macht seit längerer Zeit den südlichen Teil von Arizona unsicher. Eine Wegstrecke vor Tucson, der Hauptstadt des Staates Arizona, in der Mission San Xavier del Bac, suchen die Finders eine Schankhütte auf. Der Plan der Bande ist, einen Auswanderertreck zu überfallen, der erst kurz zuvor durch die Mission gezogen ist. Drei weitere Ankömmlinge stellen sich als Sam Hawkens, Dick Stone und Will Parker heraus, die im Wilden Westen auch als "Kleeblatt" bekannt sind. Als Buttler, der Anführer der Finders, die drei zu provozieren sucht, ergibt sich eine Wette, genauer ein Wettschießen zwischen Hawkens und Buttler. Hawkens täuscht dem Finder zunächst völlige Unfähigkeit vor und überrascht diesen zuletzt mit Blattschüssen, so daß er die Wette um 200 Dollar gewinnt.

Während die Finders planen, wie sie wieder an ihr Geld kommen, trifft ein weiterer Reiter an der Schankhütte ein: Kantor emeritus Matthäus Hampel aus Sachsen, der zu dem Auswanderertreck gehört und den Anschluß an die vier Wagen verloren hat. Der eigenwillige Kantor sucht im Wilden Westen nach Sujets für eine Heldenoper. Das "Kleeblatt" begleitet den Kantor zu den Auswanderern, welche von dem Scout Poller angeführt werden. Unter ihnen befindet sich Schi-so, der Sohn des Häuptlings Nitsas-ini, der zum Studium der Forstwirtschaft nach Deutschland gegangen war, sowie Adolf Wolf, der in Amerika einen Onkel aufsuchen will. Finanziert wird das Unternehmen von Rosalie Ebersbach, einer resoluten Witwe. (Die beschriebene Handlung wird unter Auslassung des Wettschießens im Hörspiel dem Hörer durch ein Gespräch Sam Hawkens' mit seinen Freunden und dem Kantor vermittelt.)

Sam Hawkens ruft in der gefährlichen Situation eines drohenden Überfalls durch die Finders die Hilfe der in Tucson stationierten Soldaten an, und die Finders werden gefangen gesetzt. Der Scout Poller fühlt sich hierdurch übergangen und verläßt verärgert den Treck. Anschließend befreit Poller aus Rache Buttler. Gemeinsam begegnen die beiden auf Forners Rancho einem gewissen Grinley, dem Halbbruder Buttlers. Dieser nennt sich "Ölprinz" und ist im Begriff, einem Mr. Duncan, der in Begleitung seins Bankiers Baumgarten reist, eine angebliche Ölquelle am Gloomy Water zu verkaufen und ihn anschließend um das Geld zu betrügen.

Die in der Nähe befindlichen Westleute Hobble-Frank und Tante Droll schöpfen Verdacht und wollen das verhindern. Das Schurkentrio Grinley/Buttler/Poller stellt eine Falle, und so werden Duncan und Baumgarten, Frank und Droll, das "Kleeblatt" sowie alle Auswanderer im Pueblo der Nijoras gefangen genommen. Grinley befreit Duncan und seinen Bankier, und die drei machen sich auf den Weg zum angeblichen Ölsee. Winnetou und Old Shatterhand, die Grinley zuvor belauscht hatten, befreien die übrigen Weißen aus den Händen der Nijoras.

Buttler und Poller sind inzwischen vorausgeritten, um durch Einleiten von Öl in das Gloomy Water eine darin befindliche Ölquelle vorzutäuschen. Grinley erschießt unterwegs hinterrücks zwei Kundschafter der Navajos; vorgeblich, um den Nijora-Häuptling Mokaschi zu retten, tatsächlich aber um sich dessen Wohlwollen zu sichern, da zwischen den Nijoras und den Navajos das Kriegsbeil ausgegraben ist. Grinleys Plan schlägt fehl. Häuptling Mokaschi ist über die feige Tat erbost.

Am Ölsee angekommen kauft Duncan dem Ölprinzen die Quelle ab und wird nach Übergabe der Bankanweisung zusammen mit Baumgarten von Grinley und seinen Kumpanen überrumpelt und in einer Höhle gefangen gesetzt. Auf dem Rückweg fallen die drei Verbrecher einem Trupp Navajos in die Hände. Grinley leugnet den Mord an den Kundschaftern und schiebt diesen dem abwesenden Bankier in die Schuhe.

Nun treffen Winnetou und Old Shatterhand mit ihren Freunden am Gloomy Water ein und können die Gefangenen noch rechtzeitig aus der Höhle befreien. Sie nehmen die Verfolgung der Verbrecher auf. Der weltfremde Kantor verläßt unvorsichtigerweise das Lager der Westleute und fällt den Nijoras in die Hände, welchen er aus Torheit das Lager der Westleute verrät, die wiederum prompt von den Nijoras gefangen genommen. Kantor Hampel begeht nun auch noch die Dummheit, heimlich den Verbrechern zur Flucht zu verhelfen. Diese eilen zu den Navajos, berichten dem Häuptling Nitsas-ini, daß sein Sohn in den Händen der Nijoras ist und bezichtigen die Nijoras des Mordes an den Kundschaftern.

Inzwischen haben sich Winnetou und Old Shatterhand befreien können. Der Kantor hört deren Pläne und will die Navajos an die Nijoras verraten, um einen blutigen Kampf der Indianer zu provozieren. Auf diese Weise möchte er sich zum Inhalt für seine Oper inspirieren lassen. Old Shatterhand nimmt ihn daraufhin gefangen. Nachdem Winnetou und Old Shatterhand die Nijoras in eine Falle gelockt haben, kann Winnetou schließlich durch geschickte Verhandlungen Frieden zwischen den beiden Indianerstämmen herstellen. Duncan und Hampel fallen abermals in die Hände des Ölprinzen. Die Verbrecher werden jedoch gestellt, und die Auswanderer finden mit Hilfe der Navajos eine neue Heimat.



Mein Kommentar

Treibende Kraft der Handlung bilden die Bemühungen der Heldenfiguren um Aussöhnung und Frieden zwischen den verfeindeten Stämmen sowie allgemeines Herbeiführen von Gerechtigkeit. Die drei weißen Verbrecher werden bestraft beziehungsweise strafen sich selbst, doch auch der nicht minder geldbesessene Duncan, der mitten im Indianerland eine Ölquelle kaufen will, erhält seine Lehre. In der Person des Kantor Hampel, die im Hörspiel rein von ihrer naiv-lustigen Seite gezeigt wird, wird in der Buchvorlage veranschaulicht, daß Weltfremdheit und Dummheit ein gefährliches Moment bilden.

Das Hörspiel bildet die Buchvorlage bis auf das anfängliche Wettschießen nahezu vollständig ab. Es unterscheidet sich auf vielfache Weise von den vorangegangenen Karl-May-Vertonungen bei EUROPA. Zum ersten Mal zeichnete für eine Hörspielbearbeitung Dagmar von Kurmin verantwortlich. Konrad Halver übernahm wie gewohnt die Regie. Wie in dieser EUROPA-Phase üblich, wurde nicht Hans Paetsch, sondern Joachim Rake die Funktion des Erzählers übergeben. Er wirkt stellenweise etwas hastig. Ein Kardinalfehler der Produktion ist die Mehrfachbesetzung Konrad Halvers. Er ist kurz als Finder zu hören, tritt dann als Schi-so auf, weiterhin in seiner Paraderolle als Winnetou und zuletzt noch als Navajo. Eine solche Vierfachbesetzung ist für EUROPA-Maßstäbe völlig ungewöhnlich. Zudem fehlt es seiner Rolle als Winnetou am gewohnt erhabenem Tonfall. Mindestens die Rolle des Winnetou hätte man aus dem Stimmengewirr hervorheben können, indem man hierfür die Auftrittsmusik der vorangehenden Hörspiele (»Brazil«) eingefügt hätte. Dies ist nicht geschehen, und überhaupt wurde für das gesamte Hörspiel eine zwar westernhafte und für sich gute, aber insgesamt doch wenig aufregende Musik gewählt, die lediglich aus Akkorden von Akustikgitarre und Mundharmonika besteht. Dem Hörer war diese Musik (und auch das Vogelgezwitscher sowie die Schüsse am Ende des Hörspiels) aus den beiden ersten »Lederstrumpf«-Hörspielen bekannt, die zuvor im selben Jahr erschienen waren.

Für die Rolle des Sam Hawkens wurde glücklicherweise wieder wie in »Der Schatz im Silbersee« und der »Winnetou«-Trilogie Horst Beck gewählt. Auch er ist in einer weiteren Rolle als Nitsas-ini zu hören. Zu den Sprechern ist weiterhin zu sagen, daß Edgar Maschmann, Benno Gellenbeck und Herbert A.E. Böhme herausragen; Benno Gellenbeck ist hier ungewohnterweise einmal als Bösewicht eingesetzt worden. Katharina Brauren als Rosalie Ebersbach und Kurt Blachy als Kantor Hampel verleihen dem Ganzen eine humoristische Note, auch wenn Blachy keinen echten sächsischen Dialekt spricht oder sprechen kann. (Er war auch Sprecher auf der EUROPA-LP »Oberschlesische Schnurren«, E 397.) Alle anderen Sprecher haben einfach zu kleine Rollen und kommen entsprechend kurz vor. Nach Michael Poelchau und Claus Wilcke wählte man bei EUROPA hier Peter von Schultz als dritte Old Shatterhand-Besetzung, der aber nicht recht passen will. Überhaupt treten die Heldenfiguren Winnetou und Old Shatterhand völlig in den Hintergrund. Es fällt auf, daß, nicht wie in den vorangegangenen drei Hörspielen nach Karl May »Old Surehand 1« und »Old Surehand 2« und »Das Vermächtnis des Inka« auf prominente Schauspieler wie Claus Wilcke, Hellmut Lange oder Hans Clarin als Sprecher gesetzt worden ist.

Die erste Seite der LP ist stark dialogisch geprägt, was das Hörspiel von den zuvor erschienenen May-Vertonungen bei EUROPA unterscheidet. Dieser Umstand ist an sich nicht falsch, und man könnte es als Handschrift Dagmar von Kurmins deuten. Leider ist man sich dann aber offenbar zu spät darüber klar geworden, daß aufgrund dieser Vorgehensweise der weitere Handlungsablauf in Verzug geraten war, so daß auf der zweiten Seite äußerst viel Handlung durch den Erzähler geschildert wird. Das Ganze mutet an, als wäre der Produktion keine große Planung vorangegangen. Ob Frau von Kurmin hier als Hörspielbearbeiterin noch zu unerfahren oder Konrad Halver als Regisseur bei dieser Produktion zu lustlos war, bleibt ein Rätsel.

Kuriosa: Kantor Hampel äußert über Frau Ebersbach: »Sie ist eine brave Frau und finanziert den ganzen Treck, sozusagen aus Gutherzigkeit.« Daß hier ein offenbar imitiertes Sächsisch zur kuriosen Wendung »den ganzen Dreck« geführt hat, hätte man erkennen können. Auch über die Betonung der späteren Wendung »forsche Frau« stolpert der Hörer. Weiterhin erwähnt der Kantor, daß seine Oper ähnlich Richard Wagners »Ring der Nibelungen« gestaltet sein soll. Wagners Oper heißt tatsächlich »Der Ring des Nibelungen« (entstanden zwischen 1848 und 1874). Der Fehler existiert bereits im Text Karl Mays. Vielleicht sollte auf diese Weise das Halbwissen des Kantor betont werden.

Technisches: Auf dem Cover, das eine Szene der Bad Segeberger Karl-May-Festspiele zeigt, erkennt man im oberen rechten Viertel des Fotos das Dach eines Hauses, welches offensichtlich nicht Teil der Kulisse ist. Offenbar hat der Fotograph das Bild schräg über die Bühne geschossen, so daß ein neben der Bühne gelegenes Haus mit erfaßt worden ist.





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