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ex 3515 |
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| gründen einen Klub |
| Kommentar von Pitichinaccio |
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Man mag dem Verfasser dieser Zeilen nicht ganz zu Unrecht vorwerfen, dass er auf der intellektuellen Ebene mit den Hörspielen der »Hanni und Nanni«-Reihe hin und wieder überfordert war. So verlor er in Kindertagen bisweilen die Übersicht bei »Lustige Streiche mit Hanni und Nanni«, und auch »Hanni und Nanni im Landschulheim« ließ ihn mit einer unbeantworteten Grundsatzfrage zurück - doch dazu an anderer Stelle. Hier jedoch liegt die Ursache für die ausgelöste Irritation eindeutig auf Seiten von Frau Körting. Aber der Reihe nach: Nachdem die ersten Schwierigkeiten in Lindenhof überstanden sind, entschließen sich Hanni und Nanni, einen Klub zu gründen. (Diese Erzählung stammt nicht von Enid Blyton, sondern erschien erstmalig in Deutschland und schildert Erlebnisse, die sich innerhalb der Buchreihe erst viel später ereignen, aber was soll's.) Bei der Suche nach dem Klubnamen schnattern die Protagonistinnen alle fröhlich durcheinander, aber es ist deutlich zu hören, dass Jenni (Reinhilt Schneider) circa bei Minute 4:40 der ersten LP-Seite den Vorschlag macht, die kleine Vereinigung »Diestelklübje« zu nennen. Nun, die Anregung wird von den übrigen sechs Schülerinnen nicht weiter beachtet - wahrscheinlich wussten die auch nicht, was das sollte. Aber der Zweck des Clubs, nämlich anderen zu helfen, ist ja durchaus ehrenvoll, und so können die (inzwischen) Acht, die sich mittlerweile 'Spatzenclub' nennen, auch gleich tätig werden, als Hella von der Osten-Sacken von Peter Heeckt mit einem Schlitten umgekachelt wird. Der nächste Einsatz folgt unmittelbar darauf: Ein verunglückter Wagen muss wieder auf die Straße verbracht werden, während im Hintergrund Dr. Beurmann ununterbrochen »Mamma mia, mamma mia!« flucht. (Nach seiner Interpretation als 'Sheriff Danton' einer von 'Hans Meinhardts' absurdesten Auftritten des gesamten Katalogs.) Diese Hilfestellung mündet dann auch direkt in die nächste Aufgabe, bei der die obligatorische arme Ausländerin des Blyton'schen Universums (hier: die Italienerin Gina) mit den abgelegten Klamotten der übrigen Klubmitglieder zugeschmissen wird. Ja, grazie auch! Von nun an unterstützt der 'Spatzenclub' ohnehin nur noch intern. Die ursprüngliche Idee, auch mal anderen zu helfen, scheint nach gut zehn Minuten Hörspiel vergessen. Denn die nächste Hilfe muss erneut einem Mitglied des 'Spatzenclubs' geleistet werden, nämlich Jenni, die in den Verdacht gerät, bei einer Prüfung gemogelt zu haben. An dieser Stelle geht ein Lob an den Lehrkörper: Andrea Vetsch (viel zu selten im Einsatz gewesen) und Marianne Kehlau sind in ihren Rollen als Fräulein Körner und Fräulein Theobald wirklich hervorragend besetzt. Als untergebener Hausmeister in seiner zweiten Rolle: wiederum Andreas Beurmann. Die dann folgende Aufgabe für die acht Verbündeten ist wiederum die Rettung eines Mitglieds, dieses Mal Nanni, die verletzt bei einer Schnitzeljagd zurückbleibt. Gerade diese einsame Szenerie fand ich immer sehr unheimlich, vielleicht wegen Nannis mit Hall unterlegter Wegbeschreibung
»Aber verlass' dich drauf: Es wird über Aber keine Sorge, die unheimliche Stimmung schlägt radikal um, als Doc Beurmann seinen nunmehr dritten Auftritt in diesem Hörspiel absolviert und Nanni attestiert:
»Tja, eine arge Verstauchung! 14 Tage
Mamma mia, mamma mia: Auch, wenn man die EUROPA-Produktionen schätzt, muss selbst der eingefleischteste Liebhaber hier
zugeben, dass die schauspielerische Leistung des Firmenmitbegründers gerade für ein Hörspiel, welches auch noch mit dem
Label
Nach nicht einmal 29 Minuten endet das Hörspiel versöhnlich mit einem gemeinsamen Essen von Lehrerinnen und Schülerinnen. (Heute würde man wohl sagen: 'Lehrende und Lernende' oder einfach 'Essende', um bloß keine Genderkonflikt*in heraufzubeschwören.) Diese Episode, die gemeinsam mit der Folge »Lustige Streiche mit Hanni und Nanni« erschien, präsentiert erneut eine eher aufgeregte Szenerie mit viel Rufen und Schreien - längst nicht so hysterisch wie die LSD-»Streiche«, aber trotzdem ein wenig unruhig für die ansonsten eher beschauliche »Hanni und Nanni«-Reihe. Da die 'Spatzen' offenbar nie wieder irgendjemandem helfen, nicht einmal den eigenen Klubmitgliedern, und das Ganze ein Eintagsclübje bleibt, schließe ich den Kommentar mit der |
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