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Fünf Freunde

11

geraten in Schwierigkeiten




Kommentar vom alten Wagner





»Aaah, Julian, mich
hat was gestreift!«

»Eine Schleiereule! Was meinst du,
warum das Haus 'Eulennest' heißt?«

(Hardy Kent & Julian)




Ein Titel, der in jeder Hinsicht passt, denn wer sich in seinen Ferien die Heulboje Hardy Kent ans Bein bindet, käme sicherlich auch auf einem durchschnittlich besuchten Flohmarkt in Castrop-Rauxel "in Schwierigkeiten" ...

Zur Handlung: Eine Radtour mit Zelten steht (mal wieder) auf dem Ferienprogramm unserer 5 Freunde. Dabei lernen sie einen Jungen, Hardy Kent, kennen. Dieser soll kurz drauf entführt werden, jedoch nehmen die Entführer aus Versehen Dick in ihre Obhut. Die nun etwas minimierten, verbleibenden 4 Freunde finden das "einsame Landhaus" Eulennest, in dem sie Dick vermuten, und versuchen, ihn zu befreien; leider immer mit im Schlepptau: Hardy Kent (Sascha »Tarzan/Tim« Draeger in einer ganz frühen Rolle als schreckenbleiches Nervenbündel) ...

Und genau dieser Hardy Kent ist dann der Haken eines an sich ganz tollen Hörspiels, denn ER NERVT! Das ständige Rumgeheule, nervige Geschrei, Gemecker und Gejammer des Hardy Kent vergrätzt jedem halbwegs normalen Zuhörer die gesamten 40 Minuten! Auf Burg Schreckenstein hätte man diesen Jammerlappen wohl nicht nur geteert und gefedert, sondern sicherlich bereits noch vor der ersten Klassenarbeit dem Kappelsee übergeben ... Das schauspielerische bzw. sprecherische Talent möchte ich Sascha Draeger damit in keinster Weise absprechen; er macht seinen Job als Sprecher hervorragend, aber die Rolle nervt einfach immens und stört geradezu die gesamten 40 Minuten hindurch! Als Hardy dann zum Ende hin anbietet, in einen Kofferraum zu steigen und dadurch zu fliehen, möchte man als Zuhörer laut dazwischenrufen »Ja bitte! Bisher deine beste Idee!« oder auch einfach nur Szenenapplaus geben!

Warum ist dieses Hörspiel trotzdem so gut geworden? Mal wieder ist es eine spannende Atmosphäre im Eulennest sowie ein vor Ort anzutreffendes Sprecher- bzw. Verbrecherensemble, welches seinesgleichen sucht!




Ursula Vogel ist eine beeindruckend-bemitleidenswerte Haushaltshilfe im Verbrecher-, äh Verzeihung, EULENnest.



Günther Flesch gibt einen wirklich bedrohlichen Gangsterboss Ronny ab.



Der Bucklige wird von Sigfried Wald als »buckeliger Diener des Bösen« stark interpretiert!

Und all diese Leistungen werden dann noch gekrönt von einem überragenden Christian Rode! Was dieser als Herr Perton ab seinem Eintreten ins Ensemble an sprecherischer Leistung bietet, hat wirklich Klasse und steht im krassen Gegensatz zu dem ewigen Gejammer von Hardy Kent ... Er schimpft, meckert und kommandiert sich durch die zweite Seite der LP, dass es eine wahre Freude ist! Selbst ein Onkel Quentin würde phasenweise erblassen vor dem Umgangston eines Herrn Perton!

Das am Ende dann sogar noch Peter Kirchberger und Gottfried Kramer als Polizisten auftauchen, rundet diese einmalige Ensembleleistung nach oben ab und setzt dem ganzen Hörspiel noch die Krone auf! Vogel, Flesch, Rode, Kirchberger und Kramer ergeben eigentlich zusammen 5 Mucks! Einen Muck muss ich aber wieder abziehen - nicht weil etwas à la »Dalli Dalli« doppelt genannt wurde - sondern weil Herr Draeger als Heulsirene so immens stört.

4 Mucks als Fazit in Verbindung mit der Bitte, Hardy Kent ganz schnell wieder in einen schalldichten Kofferraum zu stecken!





Bewertung:






P.S.:

Ich hatte das Hörspiel zu Beginn nur als MC mit entsprechend kleiner Zeichnung und ging immer davon aus, dass die 5 Freunde auf dem Cover hier am Ufer eines zugefrorenen Sees stehen! Eine Szene, die ich bis heute eigentlich vermisse. Ist es noch jemandem so gegangen?



Ein P.P.S. von Christoph:

Mir ergeht es genauso. Ich sehe auch einen zugefrorenen See. Das dachte ich bis eben. Nur steht da ja auch ein Auto auf demselbigen? Das Cover ist mir ein Rätsel. Kompletter Unsinn eigentlich, denn es ist doch ein zugefrorener See, oder nicht? Was sonst spiegelt denn so im Mondenlicht?



Ein P.P.P.S. von Pitichinaccio:

Klar, und neben Timmys Kopf ist ein Fernseher im Eis festgefroren ... abgesehen davon sind das ja gar nicht alle »Fünf Freunde« hinter dem Baum, denn Dick ist ja bereits in den Händen der beiden Eishockeyspieler, die mit ihm auf dem Weg zur Reservebank sind.



Ein P.P.P.P.S. vom alten Wagner:

»Halt's Maul, Ronny Pitichinaccio!«