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und der lachende Schatten




Kommentar von Christoph





»Der Schatz ist im Himmelsauge, wo kein Mann ihn finden kann ...«

(Magnus Verde)




Ich weiß nicht, wie es Euch geht, jedoch ist meiner Meinung nach bei einem Hörspiel die treffende Auswahl an Sprechern genauso wichtig wie die Story selbst, in welcher diese agieren. Im Fall »lachender Schatten« hatte ich auf Grund des Erstgenannten anfangs so meine Probleme, und ich brauchte schon eine ganze Weile, um mit dem Hörspiel einigermaßen warm zu werden. Denn hier sind es gleich drei Sprecher an der Zahl, welche mir seinerzeit ganz und gar nicht gefielen. Demzufolge ließ ich den »lachenden Schatten« für lange Zeit im Regal stehen.

Zählt man den an sich großartigen Gernot Endemann noch hinzu, der einen wahrlich jämmerlichen Yaqui-Indianer abgibt, so sind es gar vier Sprecher, die mich zunächst zurückschrecken ließen. Gernot Endemann, welchen ich schon aus vielen anderen Hörspielen, wie beispielsweise im »Karpatenhund« als Esoteriker Sonny Elmquist, kannte, rechne ich jedoch eher seine Variabilität in Hinsicht auf seine sprecherischen Fähigkeiten an.

Cordula Hubrichs Darstellung der alten Miss Sarah Sanchez ist hingegen nun wirklich völlig überzogen - die hohe piepsige Stimme geht einem einfach nur auf den Keks. Und auch Günther Heising in der Rolle des schmierigen Australiers und überzeugten Vegetariers Albert Harris finde ich auch nicht sonderlich gelungen - alles ein bisschen zu dick aufgetragen. Nicolas Körtings Quäke ist ebenfalls recht gewöhnungsbedürftig und ehrlich gesagt (ich hoffe, dass nehmen mir weder Heikedine noch Nicolas selbst übel) zum Eier abschrecken.

Im starken Kontrast hierzu gibt es jedoch bei vorliegendem Hörspiel auch Sprecher, welche mir super gut gefallen. Da wäre zum Beispiel Josef Dahmen, der einen sehr sympathischen, wenn auch leicht kauzigen Professor Meeker abgibt. Und auch beim hundertsten Anhören machen einem seine Ausführungen zum Thema Indianer-Sprachen immer noch Freude. Der eigentlich stets "toughe" Hauptkommissar Reynolds, der lustigerweise das wichtige Zitat des Magnus Verde nicht ein einziges Mal korrekt wiedergibt, ist natürlich auch über jeden Zweifel erhaben. Markante Typen mit Ecken und Kanten, wie es ein Horst Frank sicherlich war, sind heutzutage schlichtweg Mangelware beziehungsweise wird es wohl in dieser Wucht nie wieder geben. R.I.P. Horst Frank - genialer Sprecher und Schauspieler. Ich verweise beispielsweise auf seine eindrucksvolle Darstellung des Offiziersanwärters Gerd Heyne im Film »Haie und kleine Fische« aus dem Jahre 1957.

Und dann darf man natürlich den "doppelten" Andreas von der Meden nicht vergessen, der hier gleich zweifach in Erscheinung tritt. Eine rühmliche Ausnahme, die es lediglich beim »Gespensterschloss« (Folge 11) schon einmal gab. Es muss ihm ein wahres Vergnügen gewesen sein, in ein und demselben Hörspiel sowohl den allseits beliebten Chauffeur Morton, als auch das Ekelpaket in Person Skinny Norris verkörpern zu dürfen.

Kurz worum es geht: Auf dem Landgut der Miss Sanchez stoßen Bob und Peter auf ein mysteriöses Amulett - einen Talisman. Dieser enthält überdies eine mit Blut geschriebene Botschaft in einer den drei Detektiven fremden Sprache. Professor Meeker kann einen Hilferuf übersetzen, welcher in der Sprache der Yaqui-Indianer abgefasst wurde. Seltsamerweise handelt es sich bei dem Fund jedoch um ein Amulett der Chumash-Indianer. Diese sollen seinerzeit ein riesiges Goldvermögen zusammengetragen haben. Ein Schatz der Chumash soll noch existieren und zwar ganz in der Nähe des Gutes der Miss Sanchez.

Die drei Detektive, welche von Ted, dem Neffen der »armen reichen Lady« angesprochen werden, treffen auf dem Anwesen auf den verschrobenen Mr. Harris, der sich (unter anderem auch über seine kulinarischen Vorlieben) an die alte und selten gutgläubige Miss Sanchez heranschmeißt, um in die Nähe des Schatzes zu gelangen. Natürlich hat auch er die Rechnung ohne das Detektivteam gemacht. Er wird sein Ziel nicht erreichen. Dafür wird wiederum vor allem Justus Jonas sorgen. Bei alldem spielt der lachende Schatten, Mr. Harris' lachender Tölpel - ein Kookaburra (Vogel) - lediglich eine untergeordnete Rolle. Man hätte das Stück auch gut und gerne anders benennen können, z.B. "... und das mysteriöse Amulett".

Auch wenn ich mich, wie bereits erwähnt, gerade mit diesem Hörspiel erst anfreunden musste, so ist es schließlich eines meiner liebsten geworden. Ein tolles Abenteuer, welches mir ans Herz gewachsen ist, da mir vor allem die tolle Atmosphäre sehr gut gefällt. Auch finde ich die Story, in der vier kleine Indianerjungen mittels der geheimen Botschaft auf sich aufmerksam machen wollen, recht drollig und gelungen. Dass mit dem guten Mr. Harris etwas nicht zu stimmen scheint, wird dem geneigten Hörer sicherlich recht schnell klar. Auch Magnus Verdes Rätselspruch ist für eingefleischte »drei ???«-Hörer sicherlich nicht unlösbar. Der gute Mr. Harris scheint die Lösung besagten Rätsels bereits seit langem zu kennen. Nur deshalb hatte er ja die kleinen Indianerjungen, welche im Gegensatz zu einem ausgewachsen Mann den Schatz erlangen und überdies sehr gut klettern können, zuvor entführt. Mir ist schleierhaft, warum er sich den Schatz nicht viel eher geholt hat. Dies alles tut dem Hörvergnügen jedoch keinen Abbruch. Andreas von der Meden (R.I.P. - sehr guter Mann) und Horst Frank sind natürlich das Sahnehäubchen und machen das Ganze schon zu etwas Besonderem. Ein tolles Hörspiel aus der Feder von William Arden.

Fünf Mucks für ein vergnügliches Hörspiel, welches so manch anderes locker in den Schatten stellt.





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